• slider 001 1
  • slider 001
  • Mietenwahnsinn 2019
31.05.2019:  Aktueller Stand in der Großbeerenstraße 17a

Die Eigentümerin der Großbeerenstraße 17a, die Aachener Siedlungs- und Wohnungsgesellschaft mbH (ASW) eskalierte am Mittwochabend die Situation im Haus ein weiteres Mal.

Eine Geburtstagsparty in der vertraglich genutzten Wohnung wurde durch die ASW mit Hilfe polizeilicher Zwangsmaßnahmen beendet und der Zugang danach für die Mieter*innen der Wohnung verwehrt. Ob der Zugang wieder möglich ist, wird sich zeigen.

Angesichts der massiven Bedrohung haben die Partygäste die Wohnung verlassen. Durch die Unterstützung vieler Menschen vor Ort wurde durchgesetzt, dass keine Personalien aufgenommen und die Leute nicht abgefilmt wurden.
Danach vertrieb die Polizei in gewohnter Manier die Menschen vom Haus und der angrenzenden Kreuzung weg, eine Spontandemo wurde verwehrt.

Seit dem 12. April 2019 steht der von der ASW eingesetzte Wachschutz ständig im Hausflur und kontrollierte den Zugang zur Wohnung, die seit dem Tag der Besetzung von der Hausprojektgruppe G17A zwischengenutzt wird. Im März wurde die Zwischennutzungsvereinbarung für die Wohnung gekündigt (wahrscheinlich wurde mittlerweile auch ein Räumungsantrag gestellt). Nachdem der Versuch einer „kalten Räumung“ durchkreuzt wurde, haben Hausprojektgruppe und ASW eine vorübergehende sog. 5-Personen-Regelung vereinbart. Danach sollten sich nicht mehr als fünf Menschen gleichzeitig in der Wohnung aufhalten. Anfang Mai wurde das Haus von der Straßenseite her eingerüstet. Nach mündlichen Aussagen von Bezirkspolitiker*innen hat die ASW keine Bauanträge für das von ihr geplante Wohnprojekt „anker“ gestellt — welche Pläne überhaupt die ASW verfolgt, ist völlig unklar.

Hausprojektgruppe, Nutzer*innen der Wohnung und die beiden Vermittlerinnen Canan Bayram und Katrin Schmidberger fordern die Beendigung der Kontrollen, Rechtssicherheit für die Wohnung und die Wiederaufnahme der von der ASW abgebrochenen Gespräche zwischen Hausprojektgruppe und ASW.

Die ASW hat seit dem ersten Gespräch zwischen Hausprojektgruppe und ASW am 4. Oktober 2018, keinen substanziellen Beitrag mehr hinsichtlich einer gemeinsamen tragfähigen Lösung für die Nutzung des Hauses geleistet; im Februar brach sie die Gespräche ohne Begründung ab.

In einem Telefonat vor rund drei Wochen wurde den beiden bisherigen Vermittlerinnen von der Geschäftsführung der ASW in Köln “angeboten“, dass die Hausprojektgruppe für den weiteren Prozess einen inhaltlichen Vorschlag formulieren soll, der auch zu einer möglichen „Vereinbarung“ führen könne.

Die Hausprojektgruppe hat sich daraufhin trotz Aufrechterhaltung der Zugangskontrolle im Haus dafür entschieden, abermals inhaltliche Konzeptbausteine für eine am Kiez und am Gemeinwohl orientierte Perspektive des Hauses vorzulegen. Die Konzeptbausteine werden hier der Öffentlichkeit zugänglich gemacht (siehe weiter unten). Aus der Geschäftszentrale der ASW in Köln oder von der Niederlassung in Berlin gibt es bis dato keine Rückmeldung, nicht einmal eine übliche Eingangsbestätigung.

Im Gegenteil eskaliert die ASW mit ihrem Vorgehen am Mittwochabend die Situation. Damit deuten die Verantwortlichen des katholischen Wohnungsunternehmens an, in welcher Art und Weise sie die Auseinandersetzung am liebsten beenden würden. Die Politik der ASW, die Beseitigung des Leerstandes und die Gespräche über eine am Gemeinwohl orientierte Nutzung des Hauses immer wieder hinauszuzögern, stößt aber auch im Kiez und im Stadtteil zunehmend auf (mindestens) Unverständnis und offene Ablehnung.

"Wer das Geld hat die Macht, wer die Macht hat, hat das Recht"

Und nach wie vor braucht die Hausprojektgruppe unser aller Unterstützung — Wir Bleiben Alle!

Freund*innen der Besetzung der Großbeerenstraße 17a

----------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Vorschlag für eine Vereinbarung zwischen der Aachener Siedlungs- und Wohnungsgesellschaft mbH (ASW) und der Hausprojektgruppe G17A, vertreten durch den Verein „Solidarisches Wohnen in Berlin“

1) Ausgehend von dem im Gespräch am 4.10.2018 vereinbarten Grundsatz „Wohnen ist keine Ware“ soll das Haus Großbeerenstraße 17A dem Spekulationsmarkt dauerhaft entzogen werden.

Die zukünftige Nutzung der Großbeerenstraße 17A kann ein Beispiel dafür werden, wie soziale und wohnungspolitische Bedürfnisse und Notwendigkeiten zusammen umgesetzt werden können.

Eine bezahlbare Nutzung des Hauses soll für alle Nutzer*innen und Bewohner*innen dauerhaft abgesichert werden.

2) Die ASW ist Eigentümerin des Hauses.

Sollte die ASW beabsichtigen, das Haus zu veräußern, so haben Nutzer*innen/Bewohner*innen, der Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg oder eine von den Nutzer*innen/Bewohner*innen vorgeschlagene Stiftung ein Vorkaufsrecht zu für die Nutzer*innen/Bewohner*innen wirtschaftlich tragfähigen Konditionen.

3) Die Nutzung und die Verwaltung des Hauses wird über einen gemeinsamen Hausverein organisiert.
Alle Nutzer*innen und Bewohner*innen stellen den Hausverein.
Dadurch ist eine Selbstverwaltung des Hauses garantiert.

4) Über die verschiedenen Nutzungsmöglichkeiten werden gemeinsame Gespräche zwischen der ASW und dem Verein „Solidarisches Wohnen in Berlin“ geführt.

Formuliert wurden von beiden Seiten bis zum gegenwärtigen Zeitpunkt folgende Nutzungen:

  • ein soziales Projekt mit Schutzwohnungen unter der Trägerschaft des „Sozialdienst Katholischer Frauen“
  • Wohnungen für die zwei/drei Bestandsmieter*innen,
  • Wohnungen für eine kleine Hausprojektgruppe, bzw. Wohnen für Menschen, die bezahlbare Wohnungen suchen
  • weitere Trägerwohnungen für verdrängungsbedrohte und auf dem Wohnungsmarkt diskriminierte Menschen oder reguläre Wohnungen für geflüchtete Menschen.
  • ein Nachbarschaftstreff in einem Teil der Gewerberäume, organisiert durch die Nachbarschaft. (Da starke Verdrängungsprozesse im Stadtteil stattfinden, fehlen solche Räume im Kiez. Daher werden diese dringend benötigt und von den Nachbar*innen mit Nachdruck gefordert.)

5) Die beiden Vermittlerinnen in den bisherigen Gesprächen und in der gegenwärtigen Kommunikation, Frau Bayram und Frau Schmidberger, nehmen weiter die Vermittlung zwischen ASW und Hausprojektgruppe G17A wahr.

6) Durch die ASW wurde gegenüber Frau Schmidberger und Frau Bayram die Möglichkeit der zeitnahen Nutzung von vier bis sechs weiteren Wohnungen in anderen Beständen der ASW angedeutet. Wir möchten dieses Angebot gerne annehmen.
Da wir alle in sozialen Initiativen aktiv sind, kennen wir viele Menschen, die auf dem Wohnungsmarkt diskriminiert sind und sofort bezahlbaren Wohnraum brauchen.

Hausprojektgruppe G17A /Verein „Solidarisches Wohnen in Berlin“ (Die Hausprojektgruppe gründete für eine zukünftige Nutzung des Hauses den Verein "Solidarisches Wohnen in Berlin")
Kiezversammlung am 16.05. in Kreuzberg 61

Am 16.05. veranstalteten mehrere stadtpolitische Initiativen in Zusammenarbeit mit dem Mehrgenerationenhaus Gneisenaustraße eine Kiezversammlung in Kreuzberg 61 in der Heilig-Kreuz-Kirche.

Über 80 Menschen — davon viele Aktive aus einem breiten mieten- und stadtpolitischen Spektrum — kamen zu dieser Versammlung, die sich thematisch nicht nur auf Kreuzberg 61 bezog.
Do 16.05. um 19 Uhr Kiezversammlung in Kreuzberg 61 — Gegen Verdrängung und #Mietenwahnsinn!

Steigende Mieten, Luxusneubauten, Verdrängung von Nachbar*innen und Kleingewerbe, Zwangsräumungen, Weggentrifizierung historischer Orte — die Liste ist lang!

In unserer Straße, im Stadtteil, in der ganzen Stadt, überall, sollen wir und unsere Nachbarn für Renditeerwartungen, Anlagegeschäfte, Vermarktungsinteressen Platz machen.

Wohnen wird Luxus und der Ausverkauf der Stadt zur Normalität erklärt.

Dagegen stehen Hausgemeinschaften, Mieter*inneninitiativen, Kiezversammlungen, Demonstrationen, Blockaden von Zwangsräumungen, Hausbesetzungen immer mehr auf unserer Tagesordnung.

Wir wollen euch auf der Kiezversammlung am 16.05. informieren, was in Kreuzberg 61 passiert und welche Formen der Vernetzung und des Handelns wir gemeinsam umsetzen können.
Mehrere Initiativen, Stadtteilgruppen und aktive Hausgemeinschaften werden an diesem Abend anwesend sein.

Wir Bleiben und zwar Alle!

Ort: Heilig-Kreuz-Kirche, Zossener Str. 65 (U-Bahn: Hallesches Tor)
Aufruf des #Mietenwahnsinn-Blocks der 1. Mai Demonstration in Berlin-Grunewald01 05 2019 Flyer Grunewald 001 Am 6. April herrschte Aufruhr auf den Straßen. Allein in Berlin demonstrierten mehr als 40.000 Menschen unterstützt durch 280 Initiativen - solidarisch und global vernetzt. 15.000 Demonstrationsteilnehmer*innen sorgten durch ihre Unterschrift für einen katapultartigen Start des Volksentscheids „Deutsche Wohnen & Co. enteignen". Zusätzlich wurde die Demo von einer Aktion der Kampagne #besetzen flankiert, mit der sich viele Menschen spontan solidarisierten.
Sie alle traten an diesem Tag auf unterschiedliche Weise gegen die Spekulation mit Wohnraum, gegen Verdrängung, Zwangsräumung und die Stadt der Kapitalinteressen ein.

Jetzt heißt es dran bleiben! Machen wir klar, dass die strukturelle Ungerechtigkeit der Eigentumsverhältnisse keine weitere Instandhaltung verdient, sondern die Wohnfrage von Grund auf modernisiert werden muss — und zwar mit einer 100% Umlage auf Kosten der Immobilienwirtschaft! Schluss mit der Vermarktung unserer Grundbedürfnisse! Wohnen ist keine Ware sondern Menschenrecht!

Der Stadt der steigenden Mieten, in der wenigen gehört was alle brauchen, setzen wir unseren Zusammenhalt, unsere Vielfalt und Solidarität entgegen. Unser Ziel ist eine Stadt die kein Geschäftsmodell ist, sondern die wir selbst gestalten können und in der Wohnraum Allgemeingut ist. Erkämpfen wir gemeinsam den radikalen Kurswechsel in der Wohnungspolitik. Bringen wir die gemeinwohlorientierte Lösung der Wohnungsfrage und die Enteignung von profitorientierten Immobilienunternehmen voran!

Widersetzt euch!

Kommt in den Mietenwahnsinn-Block auf der Demonstration am 1. Mai 2019, ab 13:00 Uhr am S-Bahnhof Grunewald. Vortreffpunkt für die gemeinsame Anreise ist 12:00 Uhr, Bhf. Alexanderplatz, Gleis 4.

Wo eine Villa ist, ist auch ein Weg! Gemeinsam können wir etwas bewegen!

Flyer zum Download
06.04.2019: Fotos von der #Mietenwahnsinn-Demo

06.04.2019 Redebeitrag auf der #Mietenwahnsinn-Demo von WEM GEHÖRT KREUZBERG

Wir — die Stadtteilinitiative WEM GEHÖRT KREUZBERG — grüßen euch auf der heutigen MietenWahnSinns-Demo. Toll, dass wir zusammen auf die Straße gehen, laut, bunt und widerspenstig.

06 04 2019 13Wir gehen auf die Straße, weil wir keine Lust mehr haben, diesen Ausverkauf der Stadt weiter hinzunehmen.
Ein Ausverkauf, der uns alle nur noch als Renditeobjekte behandelt.
Ein Ausverkauf, der diese Stadt zur zubetonierten Ware degradiert.
Ein Ausverkauf, der politisch gewollt, ökonomisch durchgesetzt und wenn nötig uniformiert flankiert wird!

Für diesen Ausverkauf, für diese kapitalistische Normalität sollen wir Platz machen: Nachbar*innen, Mieter*innen, Menschen mit geringem Einkommen, Kleingewerbe, wohnungslose Menschen, geflüchtete Menschen, soziale Projekte, Hausgemeinschaften, selbstorganisierte Freiräume, linke Kneipen, usw. — wir alle, die in diesem System der Börsenmärkte, der Anlagengeschäfte, der Verwertungspotenziale nicht mithalten können und wollen und vor allem sich diesem widersetzen, wir alle sollen verschwinden!

Aber wir bleiben und zwar ALLE!

Wir haben genug von Mieterhöhungen, Eigentumswohnungen, energetischen Sanierungen, Ferienwohnungen, Zwangsräumungen, Entmietungen und Verdrängung.
Wir haben genug von dieser zementgrauen Tristesse, von dieser zubetonierten Gesichtslosigkeit.
Wir haben genug von dieser herrschenden Politik, die uns mit ihren mietenpolitischen Scheinaktivitäten und nichtsagenden Phrasen zukleistert.
Wir haben genug von diesem System des Geldes, des Konsums, des Marktes, hier, weltweit!

Kommen wir zusammen, vernetzen und solidarisieren wir uns und handeln gemeinsam: Mit Hausversammlungen und Demos, mit Kiezversammlungen und Blockaden von Zwangsräumungen, mit Besetzungen und Mietstreiks.
Mit unser Wut, unserer Kraft, mit unserem Herzen und mit Lust auf was Neues, Menschliches, Besseres.
Mobi-Video von leftvision: Gegen Verdrängung und Mietenwahnsinn

Mobilisierungs-Video zum 06.04.

16.03.2019: 1.Kreuzköllner Rudelchor macht seinen Freischwimmer in der Hasenheide

Es regnete in Strömen, als vergangenen Samstag pünktlich um 16 Uhr vor der Hasenheide 71 der 1.Kreuzköllner Rudelchor aus der Traufe gehoben wurde: Im Rudelchor IGEL singen Betroffene der Immobilienspekulation gegen Mietenwahnsinn, Verdrängung und den Ausverkauf — nicht nur der Hasenheide — aber auch: Das Mietshaus Hasenheide 71 wurde zum Jahreswechsel vom Berliner Immo­bilienhändler Jakob Mähren gekauft und seine Bewohner*innen fürchten nun um ihr Zuhause, in dem manche von ihnen fast 50 Jahre leben.
11.03.2019 1.Pressemitteilung: Bündnis gegen Verdrängung und #Mietenwahnsinn

Mietenwahnsinn-Demonstration, Samstag, 06.04.2019, 12 Uhr, Alexanderplatz

Nach der enormen Beteiligung im letzten Jahr mobilisiert erneut ein breites außerparlamentarisches Bündnis aus Nachbarschaftsinitiativen und anderen stadtpolitischen Akteuren zur Großdemonstration am 6. April 2019. Die Demonstration startet um 12.00 Uhr am Alexanderplatz in Berlin.

Bereits durch den diesjährigen Kampagnenstart konnte ein deutliches Zeichen gesetzt werden: Aufgrund der Mietenwahnsinn-Kundgebung vor dem sog. Quo-Vadis-Treffen der deutschen Immobilienwirtschaft mit der CDU-Vorsitzenden Annegret Kramp-Karrenbauer am 18.02.2019, sagten die Manager*innen der Immobilienunternehmen ihren Spaziergang vom Hotel Adlon zur Deutschen Parlamentarischen Gesellschaft  ab. Auch ihre Abendveranstaltung am Folgetag in der Markthalle Neun in Kreuzberg fand aus Angst vor Protesten nicht statt.
01.03.2019: Zur aktuellen Situation in der Großbeerenstr.17A

Die Eigentümerin Aachener Siedlungs- und Wohnungsgesellschaft mbH (ASW) der Großbeerenstr.17A hat die mit dem 08.September 2018 vereinbarten Gespräche abgebrochen und setzt scheinbar auf die Räumung des Hauses


Mit der Besetzung des leerstehenden Wohnraums in der Großbeerenstr.17A haben wir erreicht, dass wir eine Wohnung vertraglich zwischennutzen können. Wir fordern weiterhin eine zweite Wohnung als Nachbarschaftstreff, die von der ASW im September 2018 zugesagt wurde.

Unser Ziel ist, dass das Haus an die Hausprojektgruppe G17A übertragen wird um das Haus dem Spekulationsmarkt zu entziehen und gemeinschaftliches Wohnen zu organisieren.